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Neue Empfehlungen zur Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut hat in diesem September neue Empfehlungen zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens erstellt. Freiberuflich Pflegende finden hier in aller Kürze die relevanten Inhalte zur hygienischen Händedesinfektion, zur Händewaschung und zur Hautpflege. 

Die hygienische Händedesinfektion gilt als wirksamste Einzelmaßnahme zur Unterbrechung von Infektionsketten in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Dabei hat die WHO fünf Indikationen benannt:

  1. Vor Patientenkontakt
  2. Nach Patientenkontakt
  3. Vor einer aseptischen Tätigkeit
  4. Nach Kontakt mit potentiell infektiösem Material
  5. Nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung

Es wird empfohlen ein Desinfektionsmittel-Volumen von 3-5ml zu verwenden. Dabei gilt es die individuelle Größe der Hände zu berücksichtigen. Ist bereits vor Ablauf der Einwirkzeit keine Desinfektionslösung mehr zur vollständigen Benetzung vorhanden, sollte Desinfektionsmittel nachgenommen werden.

 

Technik der Händedesinfektion

Bezüglich der Technik der hygienischen Händedesinfektion gibt es laut Untersuchungen keine Vorteile der standardisierten, vorgegebenen Bewegungsabfolge nach DIN EN 1500 gegenüber der individualisierten Methode. Mittels selbst gewählter Einreibetechnik wird eine ähnliche Benetzung sichergestellt. Allerdings sollten sich Novizen beim Erlernen der Händedesinfektion am standardisierten Ablauf orientieren.

Bei der Händedesinfektion gilt es die gesamte Oberfläche der Hand, d.h. Fingerspitzen, Nagelfalze, Daumen, Fingerzwischenräume, Innen- und Außenflächen über vom Hersteller angegebene Einwirkzeit gründlich mit Desinfektionsmittel zu benetzen.  Bei der Desinfektion ist das Einbeziehen der Unterarme bei Kontakt mit dem Patient oder kontaminierten Flächen z.B. beim Bedienen des Desinfektionsmittelspenders mit dem Ellenbogen erforderlich. Liegen Hautläsionen vor, die eine Händedesinfektion nicht ermöglichen, muss ein Wechsel in einen patientenfernen Bereich erfolgen

Es stehen diverse Spenderarten zur Verfügung. Diese sind je nach Setting in ausreichender Form zu installieren. Bei Verwendung von Kitteltaschenflaschen sind diese mit  Anbruchdatum zu versehen. Von einer Wiederbefüllung der Einmalartikel ist abzusehen.

 

Händewaschung – überflüssig oder sinnvoll?

Die Händewaschung dient der Reinigung der Hände vor Schmutz und Verunreinigung. Zudem löst eine Händewaschung lose adhärierte Krankheitserreger (z.B. Bakteriensporen, Helminthen, Kryptosporidien, Oozysten, Protozoen).

Ist eine Händewaschung erforderlich, sollte sie nach der Händedesinfektion durchgeführt werden. Prinzipiell gilt es stark verschmutze Hände zunächst abzuspülen, zu waschen und im Anschluss zu desinfizieren. Liegt lediglich eine punktuelle Verunreinigung vor, kann diese mit einem in Händedesinfektionsmittel getränkten Papiertuch beseitigt werden. Im Anschluss hat eine Desinfektion zu erfolgen.  

Die Händewaschung ist z.B. nach dem Toilettengang Standard.

Hautpflege – Schutz der Haut

Eine gründliche und gewissenhaft durchgeführte Hautpflege dient in erster Linie dem Arbeitsschutz. Freiberufliche Pflegende beachten, dass das Risiko der Kontamination insbesondere bei Salbentöpfchen und bei Tuben, welche nach Entnahme Salbe wieder zurückziehen, erhöht ist.

Die Wirkung des Auftragens von Hautpflegeprodukten auf die Effektivität nachgeschalteter Händedesinfektionen ist bislang nicht ausreichend erforscht. Das Auftragen von Hautschutzpräparaten wird sowohl vor Beginn und nach Beendigung der Arbeit als auch vor Beginn und Beendigung der Pause empfohlen. Auch in der Freizeit sollte die Hautpflege einen besonderen Stellwert einnehmen.

Compliance bezüglich der Händedesinfektion

Freiberuflich Pflegende wirken im Rahmen der Qualitätsentwicklung und –sicherung an der Förderung der Compliance bezüglich der Händedesinfektion mit.

Gegenseitige Beobachtung bei der Durchführung der hygienischen Händedesinfektion kann helfen Fehlerquellen zu identifizieren und eingefahrene Verhaltensmuster zur revidieren.

Im Rahmen einer Schulung mit fluoreszierendem Farbstoff können Benetzungslücken aufgezeigt werden, sodass im Rahmen diesen Trainings eine kontinuierlich verbesserte Unterbrechung von Infektionswegen in Einrichtungen des Gesundheitswesens ermöglicht wird.

 

Quellen

Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) (Hrsg.) (2016) Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (RKI). Bundesgesundheitsbl 2016 · 59:1189–1220. URL: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Krankenhaushygiene/Kommission/Downloads/Haendehyg_Rili.pdf?__blob=publicationFile (letzter Zugriff: 29.09.2016).

Neue Empfehlungen zur Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen
Autor. Jörg Schmal
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