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Bestmögliche Hochdruckbehandlung – Erkenntnisse der SPRINT-Studie

Die SPRINT-Studie (Systolic Blood Pressure Intervention Trial) wird voraussichtlich einen Paradigmenwechsel in der Therapie von Bluthochdruck herbeiführen. Die Deutsche Hochdruckliga HDL® hat sogar bereits begonnen die Empfehlungen zur Bluthochdruckbehandlung zu überarbeiten. Freiberuflich Pflegende finden hier die wichtigsten Erkenntnisse der Studie zusammengefasst.

Die SPRINT-Studie wurde durchgeführt, um eine klare Evidenz bezüglich des Zielblutdrucks bei Hochdruckpatienten mit kardiovaskulärem Risiko exklusive Diabetes mellitus zu erhalten.

Dazu wurden insgesamt 9.361 Patienten mit einem systolischen Blutdruck von 130-180 mmHg und einem erhöhten Risiko für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse untersucht. Die untersuchten Patienten waren im Schnitt ca. 68 Jahre alt und der Ausgangsblutdruck lag bei durchschnittlich 139,7/78,2 mmHg. 28% der Patienten wiesen eine chronische Nierenerkrankung auf, 20% hatten eine kardiovaskuläre Erkrankung. In der Studie wurden Patienten mit Diabetes mellitus, Zustand nach Apoplex und orthostatischer Hypertonie ausgeschlossen.

Die Patienten wurden im Rahmen eines randomisierten, zweiarmigen, nicht verblindeten Studiendesigns in  zwei Gruppen eingeteilt. Während die einen eine Standardtherapie erhielten (systolischer Zielbereich 135 < 140 mmHg), wurde bei den anderen ein Zielblutdruck von 120 mmHg unter Anwendung und Kombination diverser antihypertensiver Substanzklassen angestrebt.

 

Gesamtsterblichkeit bei intensiver Behandlung hochsignifikant reduziert

Das Ergebnis der SPRINT-Studie erstaunt: Bei intensiver Behandlung ist nach einer medianen Behandlungsdauer von 3,26 Jahren die Gesamtsterblichkeit um 27% hochsignifikant vermindert.

In einer Stellungnahme der Deutschen Hochdruck Liga HDL® wird aus der SPRINT-Studie folgende Schlussfolgerung abgeleitet:

 

Bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko, aber ohne Diabetes mellitus oder früherem Schlaganfall sollte der systolische Blutdruck auf Werte um 120 mmHg gesenkt werden, um das Risiko tödlicher und nichttödlicher kardiovaskulärer Ereignisse und die Gesamtsterblichkeit zu senken“ (HDL 2015).

 

Aktuell gibt es, laut der Positionierung zur SPRINT-Studie im Rahmen der Pressekonferenz, anlässlich des Welt Hypertonie Tags am 9. Mai in Berlin, die Bestrebung der Deutschen Hochdruck Liga in den Leitlinien zur Behandlung von Hochdruckpatienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko einen systolischen Zielwert von 130 mmHg festzusetzen. Dieser Zielwert, so aktuelle Metaanalysen, sei auch ausreichend.

 

Bei der Interpretation der Ergebnisse Vorsicht walten lassen

Insgesamt wird mehrfach betont die Ergebnisse der SPRINT-Studie vorsichtig zu interpretieren, da die Ergebnisse nicht für Patienten gelten, die unter einem niedrigen kardiovaskulären Risiko leiden.

Daneben gilt es die Nebenwirkungen der intensiven Therapie zu berücksichtigen z.B. Hypotonie (67%), Synkopen (ca. 33%), Hypokaliämie (ca. 50%), Hyponatriämie (ca. 76%) und akutem Nierenversagen (ca. 66%). Daher ist bei der Umsetzung einer intensiven Therapie eine kontinuierliche Überwachung ein Muss, um Nebenwirkungen rasch zu erkennen und eine gezielte Behandlung einzuleiten. Es bleibt fraglich, ob diese engmaschige Überwachung im derzeitigen deutschen Gesundheitssystem überhaupt realisierbar ist.

 

Quellen

HDL® Deutsche Hochdruck Liga (2015) Stellungnahme zu den Ergebnissen der SPRINT‑Studie. URL: https://www.hochdruckliga.de/stellungnahme/items/stellungnahme-zu-den-ergebnissen-der-sprint-studie.html (letzter Zugriff: 05.11.2016).

HDL® Deutsche Hochdruck Liga (2016) Positionierung zur SPRINT-Studie: Hochdruckliga empfiehlt Senkung der Zielwerte für Risikopatienten. URL: https://www.hochdruckliga.de/stellungnahme/items/positionierung-zur-sprint-studie-hochdruckliga-empfiehlt-senkung-der-zielwerte-fuer-risikopatienten.html (letzter Zugriff: 05.11.2016).

Wallbach M et al. (2016) Effects of Baroreflex Activation Therapy on Ambulatory Blood Pressure in Patients With Resistant Hypertension. Hypertension 67(4): 701-709.

Bestmögliche Hochdruckbehandlung – Erkenntnisse der SPRINT-Studie
Autor: Jörg Schmal
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