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Beratung pflegender Angehöriger durch Freiberufler

Pflegende Angehörige sind laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes Deutschlands größter Pflegedienst. Mit der Pflege und Betreuung eines nahestehenden Angehörigen gehen jedoch gesundheitliche Einbußen psychischer und physischer Art einher. Freiberuflich Pflegende behalten nicht nur ihre Patienten sondern auch deren Angehörige im Fokus und können in Beratung und Unterstützung der Situationsbewältigung eine wichtige Lücke schließen.

Die demographische Alterung und die Fortschritte in Medizin und Pflege bringen es mit sich, dass die Menschen in Deutschland zunehmend älter werden. Nicht selten gilt es dabei Krankheits- und Funktionseinbußen zu kompensieren, die auf akuten Ereignissen, chronischer Krankheit oder Multimorbidität basieren. In erster Linie nehmen Angehörige diese Verantwortung wahr: 6,9% der erwachsenen Menschen in Deutschland pflegen eine pflegebedürftige Person. 65% von ihnen sind weiblich, 35% männlich. Als Hauptgrund für die pflegerische Versorgung wird die emotionale Bindung aufgeführt. Ein Drittel der pflegenden Angehörigen fühlen sich zur Leistungserbringung verpflichtet.

 

Belastungen durch die Pflege Angehöriger

Das Gefühl rund um die Uhr verfügbar zu sein zu müssen und der hohe zeitliche Umfang der Pflege wirken sich belastend auf Angehörige aus. Das eigene Berufsleben, die Familie, Hobbies und die Pflege unter einen Hut zu bekommen, ist eine tägliche Herausforderung und artet nicht selten in einem Spießrutenlauf aus bei dem die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.

Viele pflegende Angehörige klagen über Stress und ein reduziertes Wohlbefinden. Einige leiden aufgrund der Situation an psychischen Erkrankungen wie Depression und Angststörungen.

Körperlich fallen Funktionseinbußen des Bewegungsapparates z.B. Rückenschmerzen ins Gewicht. Diese lassen sich z.T. auf eine Mobilisation und den Transfer der Pflegeempfänger unter nicht Berücksichtigung kinästhetischer Gesichtspunkte zurückführen.

„Statistische Unterschiede im Gesundheitsverhalten von pflegenden und nicht pflegenden Personen zeigen sich vor allem bei den Frauen: Pflegende Frauen mit hohem Betreuungsumfang rauchen häufiger und treiben weniger Sport als nicht pflegende Frauen“ Wetzstein et al. 2015: 7).  

 

Freiberufler beraten und unterstützen

Pflegende Angehörige verfügen häufig über keinerlei pflegerische oder medizinische Vorerfahrung. Freiberuflich Pflegende stehen hier in der Verantwortung im Rahmen einer Patienten- und Angehörigenedukation das notwendige Wissen zu transportieren. Sie sind in allen Säulen der Patientenedukation, nämlich der Information, Beratung und Schulung, tätig. Diese Aufgabe wird eigenverantwortlich ausgeführt. Freiberufler profitieren dabei von ihrer meist jahrelangen Expertise und können profundes fachliches Wissen vermitteln, welches den Alltag der pflegenden Angehörigen erleichtert. Neben der Vermittlung von Fachwissen können Freiberufler pflegenden Angehörigen auch beim Handling behilflich sein. Kurze Anleitungssequenzen zum Thema Kinästhetik kosten nur wenig Zeit, sparen den Angehörigen aber viel Last.

Freiberuflich Pflegende transportieren Laien aber nicht nur das fachliche Knowhow sondern unterstützen darüber hinaus bei der Bewältigung der oftmals als belastend erlebten Situation.

Sie ermutigen so pflegende Angehörige zum Verfolgen eigener Interessen und der Erwerbstätigkeit, da dies trotz der daraus erwachsenden Kollisionen im Zeitmanagement als Ressource angesehen wird. Die eigene Arbeit und das Verfolgen von Hobbies machen zum einen den Kopf frei und schenken neue Energie. Freiberuflich Pflegende stellen Informationen zu regionalen Selbsthilfegruppen, Schulungsangeboten und Beratungsstellen zusammen.

Freiberuflich Pflegende behalten nicht nur ihre Patienten sondern auch deren Angehörige im Fokus und können in Beratung und Unterstützung der Situationsbewältigung eine wichtige Lücke schließen. In Deutschland gibt es hochgerechnet 4,7 Millionen pflegende Angehörige, welche – wenn sie ihre eigene Gesundheit aus dem Auge verlieren – die Patienten von morgen werden.

 

Quellen:

Wetzstein M, Rommel A, Lange C (2015) Pflegende Angehörige. Deutschlands größter Pflegedienst. In: GBE kompakt Zahlen und Trends aus der Gesundheitsberichterstattung des Bundes 3/2015. 6. Jahrgang. URL: www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2015_3_pflegende_angehoerige.pdf?__blob=publicationFile (letzter Zugriff: 18.September 2015).

 

Pflegende Angehörige
Pflegende_Angehoerige.pdf
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