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Robert Koch-Institut: Prävention und Kontrolle Katheter assoziierter Harnwegsinfektionen

Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut hat unlängst neue Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle Katheter assoziierter Harnwegsinfektionen veröffentlicht. Freiberuflich Pflegende erfahren hier welche Maßnahmen ergriffen werden.

Harnwegsinfektionen zählen in Krankenhäusern neben Wundinfektionen und Infektionen der unteren Atemwege mit 23,2% zu den häufigsten nosokomialen Infektionen. Laut RKI können 70% aller nosokomial erworbenen Harnwegsinfektionen vermieden werden. Ein besonderes Risiko eine Harnwegsinfektion zu erleiden, haben Patienten mit fortschreitender Dauer der Katheterisierung, Immunschwäche, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, weibliche Patienten und Patienten im fortgeschrittenen Lebensalter.

 

Enge Indikationsstellung für Katheterisierung

Eine Katheterisierung soll nur bei strenger Indikationsstellung erfolgen. Dies ist z.B. bei akutem Harnverhalt, bei urologischen Operationen, Notwendigkeit der Bilanzierung bei schwerkranken Patienten oder palliativer Therapie am Lebensende der Fall. Kontraindiziert ist eine Katheterisierung bei Harninkontinenz.

Freiberuflich Pflegende prüfen die Indikationsstellung und folgen den Empfehlungen der KRINKO indem sie die Liegezeit des Katheters auf ein erforderliches Minimum verkürzen. Damit verifizieren sie den Weiterbestand eines Katheters täglich auf seinen Nutzen.

 

Aseptische Arbeitsweise ist von großer Bedeutung

Neben der engen Indikationsstellung ist das hygienisch einwandfreie Arbeiten von großer Bedeutung. Dazu zählt u.a.:

  • Stets aseptisches Vorgehen beim transurethralen Katheterisieren
  • Katheterstärke an Maß des Meatus uraethrae externus (äußere Harnröhrenöffnung) anpassen
  • Ausschließliche Verwendung geschlossener Auffangsysteme
  • Beutel korrekt anbringen z.B. stets unter Blasenniveau, Schlaufen, in denen Urin verbleibt, im Katheter vermeiden, Auffangbeutel vor Transport leeren, Auffanggefäße beim Entleeren patientengebunden verwenden
  • Diskonnektieren des Katheters vom Auffangsystem nur unter strenger Indikationsstellung z.B. Spülungen o.Ä., vor- und nach Diskonnektion mit alkoholischem Desinfektionsmittel Sprüh- oder Wischdesinfektion

Freiberuflich Pflegende übernehmen oder unterstützen die tägliche Intimpflege. Zur Verwendung kommen pH-neutrale Waschlotionen oder klares Wasser. Die Harnröhrenmündung wird von Inkrustationen gereinigt. Ein Zug durch den Katheter wird vermieden, da dies zu Schleimhautverletzungen führt.

 

Feste Wechselintervalle?

Die KRINKO empfiehlt zur Vermeidung Katheter assoziierter Harnwegsinfektionen keine festen Wechselintervalle des Katheters bzw. des Auffangsystems. „Bei Infektion, Inkrustation, Obstruktion, Verschmutzung, technischem Defekt des Katheters/Drainagesystems usw. erfolgt der Wechsel nach individuellen Gesichtspunkten und nach ärztlicher Indikationsstellung“ (KRINKO 2015: 644).

Freiberuflich Pflegende entnehmen Urinproben nach vorhergehender Sprühdesinfektion nur aus der dafür vorgesehenen Entnahmestelle. Das Abklemmen eines Katheters erfolgt zeitnah, die Information wird an Mitarbeiter weitergetragen, die Stauung wird engmaschig kontrolliert, um einen Rückstau des Urins in den Urogenitaltrakt zu vermeiden.

Ein Abklemmen des transurethralen Blasenkatheters zum Blasentraining ist, so die KRINKO, nicht nur sinnlos sondern darüber hinaus aus hygienischen Gesichtspunkten bedenklich.

 

Transurethral, suprapubisch oder intermittierend?

Die KRINKO empfiehlt zur Vermeidung Katheter assoziierter Infektionen den intermittierenden Katheterismus dem transurethralen vorzuziehen. Bei absehbarer Langzeitkatheterisierung wird empfohlen dem suprapubischen den transurethralen den Vorzug zu geben.

Freiberuflich Pflegende prüfen daher stets, ob nicht eine intermittierende statt einer transurethralen Katheterisierung sinnvoll ist und schulen Patienten zum selbstständigen Handling.

 

 

Empfohlene Materialien zur Katheterisierung

Betrachtet man das Material weist Latex das größte allergene Potential auf. Vollsilikon verfügt über die beste Biokompatibilität und wird daher vorzugsweise zur transurethralen und suprapubischen Katheterisierung verwendet. Katheter aus Vollsilikon und mit Hydrogelbeschichtung sind vorteilhaft, da sie eine Inkrustation am besten vermeiden und einen hohen Tragekomfort haben. Zur Einmalkatheterisierung werden Katheter aus PVC verwendet. Antimikrobiell beschichtete Katheter haben aus infektionsprophylaktischer Sicht keinen signifikanten Nutzen.

Freiberuflich Pflegende beachten die Empfehlungen der KRINKO zur Vermeidung und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen.

Quellen:

Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (Hrsg.) (2015) Prävention und Kontrolle Katheter-assoziierter Harnwegsinfektionen Empfehlung der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut. In: Bundesgesundheitsbl 2015 58:641–650.

 

 

Katheterismus heute
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