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Leitlinie Idiopathisches Parkinson-Syndrom

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie hat vor kurzem die S3-Leitlinie zum Idiopathischen Parkinsons-Syndrom veröffentlicht. Freiberuflich Pflegende haben hier die Gelegenheit ihr Wissen aufzufrischen und dieses auf den neuesten Stand zu bringen.

 

In Deutschland leben ca. 219.579 Parkinson-Patienten (DGN 2016: 56), wobei Prävalenz und Inzidenz mit fortschreitendem Alter ansteigen. Beim Parkinson-Syndrom liegen neben einer Akinese (Bewegungsarmut) auch in unterschiedlicher Ausprägung folgende Kardinalsymptome vor: Rigor (Muskelsteifheit, Tonuserhöhung), Ruhetremor (Zitterbewegung) und posturale Instabilität (Störung der aufrechten Körperhaltung) (DGN 2016: 52).

 

Allgemein wird das Parkinson-Syndrom in vier Gruppen  unterteilt:

  1. Idiopathisches Parkinson-Syndrom
  2. Genetische Formen des Parkinson-Syndroms
  3. Parkinson-Syndrome im Rahmen neurodegenerativer Erkrankungen z.B. bei Lewy-Körper-Demenz
  4. Symptomatische bzw. sekundäre Parkinson-Syndrome

Das Idiopathische Parkinson-Syndrom stellt mit 75% aller Fälle die häufigste Form dar. Das Parkinson-Syndrom verläuft progredient und stadienhaft.

 

Pflegerisch-therapeutische Empfehlungen

Nachfolgende werden die wichtigsten pflegerisch relevanten Empfehlungen der S3-Leitlinie zusammengefasst dargestellt:

  • Freiberuflich Pflegende beraten Patienten mit einer Verdachtsdiagnose dahingehend sich in die Hände eines Spezialisten zu begeben, da es in nicht unerheblicher Zahl zu falschen Diagnosestellungen kommt. Das idiopathische Parkinson-Syndrom wird klinisch anhand der UK Parkinson’s Disease Society Brain Bank Kriterien diagnostiziert.
  • Freiberuflich Pflegende motivieren Ihre Patienten zu Follow-up-Untersuchungen drei Monate nach Erstdiagnose und anschließend einmal jährlich zur Diagnoseerhärtung und zur Therapiekontrolle.
  • Freiberuflich Pflegende heben die Bedeutsamkeit der physiotherapeutischen Begleitung hervor, die u.a. folgende Ziele verfolgt (vgl. DGN 2016: 193-202): Gangtraining, Verbesserung des Gleichgewichts, Kraft- und Dehnungsübungen, Verbesserung der Mobilität und Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens, Training der Bewegungsstrategien, Sturzprävention etc.
  • Freiberuflich Pflegende heben die Bedeutsamkeit logopädischer Therapie hervor, die vor allem auf eine Verbesserung der Stimmlautstärke und des Tonumfangs beitragen soll. Damit wird im gesamten Behandlungsprozess die Kommunikation verbessert (DGN 2016: 202-205).
  • Freiberuflich Pflegende helfen bei Patienten mit Parkinson-Syndrom den Zugang zur Ergotherapie sicherzustellen. Ziel der Ergotherapie ist u.a. der Erhalt der beruflichen und familiären Rollen, des Arbeitsplatzes sowie als auch häuslicher Versorgung und Freizeitaktivitäten. Allgemein zielt die Ergotherapie auf den Erhalt der Autonomie.
  • Beobachten freiberuflich Pflegende bei Patienten mit Parkinson Syndrom eine Schluckstörung, stellen sie den Kontakt zu einem Logopäden her.
  • Freiberuflich Pflegende können ihren Patienten alternative, additive Therapieangebote unterbreiten. Dazu zählt u.a. die Tanz- und Musiktherapie welche z.B. eine Verbesserung der Motorik und Kommunikation zum Ziel hat.
  • Freiberuflich Pflegende leisten bei Patienten und Angehörigen selbst psychische Begleitung, verweisen aber auch auf professionelle Dienstleister. Da die Erkrankung auch mit einer finanziellen Belastung einhergeht, informieren Freiberufler ihre Patienten sich ggf. sozialrechtlich beraten zu lassen.

Freiberuflich Pflegende können sich zur Parkinson’s Disease Nurse (PDN) fortbilden lassen. Neben überwiegend internationalen Angeboten in England und den skandinavischen Ländern, existieren auch in Deutschland Angebote. Erste Anlaufstellen sind hier die Deutsche Parkinson Gesellschaft, die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. und das Kompetenznetz-Parkinson e.V. PDN’s bilden eine bedeutende Schnittstelle im interdisziplinären Team, welche auch die häufig komplizierte und aufwändige medikamentöse Therapie im Blick behalten. Mit fortgeschrittener Erkrankung ist auch Palliative Care Bestandteil der pflegerischen Versorgung.

 

Quelle

Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) (Hrsg.) (2016) Idiopathisches Parkinson-Syndrom. Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. URL: http://www.dgn.org/images/red_leitlinien/LL_2016/PDFs_Download/030010_LL_langfassung_ips_2016.pdf (letzter Zugriff: 13.05.2016).

Leitlinie idiopathisches Parkinson-Syndrom
Autor: Jörg Schmal
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