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Schlaf auf der Intensivstation

Erholsamer Schlaf hat einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf Genesungsprozesse. So finden während des Schlafs Wundheilungsprozesse statt, Wachstumshormone werden ausgeschüttet und insgesamt die Immunabwehr des Körpers angekurbelt. Freiberuflich Pflegende erfahren hier welche Störungen des Schlafs auf Intensivstationen vorrangig sind und mit welchen Maßnahmen die Schlafqualität verbessert werden kann.

 

Obwohl in puncto Schlaf für die Wissenschaft noch viele Fragen offen sind, ist eines klar: ein erholsamer Schlaf hat gerade für kranke Menschen besonders auf Intensivstationen einen großen Stellenwert. So steigt zum einen das nosokomiale Infektionsrisiko infolge unzureichenden Schlafs, zum anderen ist die aktuelle Immunantwort auf bestehende Krankheitsrisiken reduziert (DeKeyser Ganz 2012).

 

Auf Intensivstationen gilt es daher Schlafunterbrechungen zu vermeiden, da Patienten hierdurch weniger in die Schlafphasen des Tiefschlafs und REM-Schlafs gelangen. Dies sind aber gerade die Schlafphasen, in denen Regenerationsprozesse vorrangig stattfinden.

 

Ursachen für Störungen des Schlafs auf Intensivstationen

Zu den prominentesten Ursachen für Störungen des Schlafs auf Intensivstationen bzw. Gründen für eine reduzierte Schlafqualität zählen u.a. Lärm, Licht bzw. Helligkeit, durchgeführte pflegerische Interventionen, Schwere der Erkrankung, Schmerzen, Angst, bestehende Schlafstörungen, Beatmung, medikamentöse Therapie mit Benzodiazepinen und Opioiden sowie Sedierung (DeKeyser Ganz 2012).

 

Interventionen zur Verbesserung der Schlafqualität

Freiberuflich Pflegende sind bemüht sowohl Ursachen für Störungen des Schlafs zu reduzieren als auch die Schlafqualität im Ganzen zu fördern.

„ICU nurses have the authority and responsibility to provide and support patients’ optimal sleep […]” (DeKeyser Ganz 2012: 24).

 

Eine simple aber durchaus effektive Intervention stellt die Reduktion von Lärm dar. So können z.B. Fernseher ausgestellt oder Telefone lautlos gestellt werden. Können die Patientenzimmer verschlossen werden, gilt es zur Abschirmung von Außenreizen dies durchzuführen. Besucher und Personal sollten permanent dazu aufgefordert und ermutigt werden eine Atmosphäre der Stille zu wahren, indem z.B. laute Gespräche auf dem Gang unterbunden werden. Während freiberuflich Pflegende nachts besonders auf Maßnahmen zur Reduktion von Lärm Wert legen, gilt es diese auch tagsüber nicht außer Acht zu lassen.  Neben Lärmquellen sollten nachts Lichtquellen weitestgehend reduziert werden. Hier sind ggf. intelligente Lichtsysteme zukunftsweisende, die den zirkadiane Rhythmus unterstützen sollen (Engwall et al. 2015).

 

Es kann zur Reduktion von Außenreizen auch auf Augenmasken oder Gehörschutz zurückgegriffen werden. Dies wirkt sich positiv auf die Schlafqualität aus (Pisani et al. 2015).

 

Daneben gilt es im therapeutischen Team zu eruieren, ob Medikamente, die einen erholsamen Schlaf stören, ggf. in Dosis zu reduzieren oder auf Präparate zurückzugreifen, die einen geringeren Einfluss auf den physiologischen Ablauf der Schlafphasen nehmen.

 

Pflegerische Interventionen sollten (insbesondere nachts) weitestgehend geplant, gebündelt und strukturiert erfolgen, sodass es zu einer Reduktion der Störungen des Patienten kommt. Einer „aggressiven Dauerpflege“ gilt es entgegenzusteuern (Pisani et al. 2015). Zur Schlafförderung kann auf entspannende pflegerische Interventionen zurückgegriffen werden. So verbessert sich z.B. die Schlafqualität bereits infolge einer etwa sechsminütigen Rückenmassage (ebd.). Insgesamt sollten pflegerische Maßnahmen dazu beitragen den zirkadianen Rhythmus zu stärken d.h. morgens aktivierende Maßnahmen, abends beruhigende.

 

Freiberuflich Pflegende forcieren bei ernsthafter Krankheit eine psychologische Begleitung, da hierdurch schlafbegünstigende Bewältigungsprozesse angestoßen werden können.

 

Quellen

DeKeyer Ganz F (2012) Sleep and Immune Function. Critical Care Nurse 32(2): 19-25.

Engwall M et al. (2015) Lighting, sleep and circadian rhythm: Anintervention study in the intensive care unit. Intensive and Critical Care Nursing 31: 325-335.

Pisani MA et al. (2015) Sleep in the Intensive Care Unit. Am J Respir Crit Care Med 191(7): 731-738.

Poongkunran C et al. (2015) A Meta-analysis of Sleep-promoting Interventions During Critical Illness. The American Journal of Medicine. 128: 1126-1137.

 

 

Schllaf auf Intensivstation
Autor: Jörg Schmal
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