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Hohe Lebensqualität in Beatmungs-WGs

2013 hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen das Department Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke beauftragt die Versorgungssituation von in selbstorganisierten Wohnformen lebenden, beatmungspflichtigen Menschen in Nordrhein-Westfalen zu untersuchen. Das Ergebnis: Patienten, Angehörige und Pflegende geben eine große Lebens- und Versorgungsqualität an.

Das Department Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke hat im Zeitraum vom 05.12.2013 bis 28.02.2014 sowohl qualitative als auch quantitative Daten zur Versorgungssituation selbstorgansiert lebender, beatmungspflichtiger Menschen in NRW erhoben. Die im März 2014 präsentierten Ergebnisse werden nachfolgend auch bezüglich ihrer Relevanz für freiberuflich Pflegende kurz vorgestellt.

 

Leben mit Qualität

Die Klienten, so die Ergebnisse, fühlen sich in ihren Wohngemeinschaften sicher aufgehoben. Die ambulante Versorgung wird einer stationäre deutlich vorgezogen. Die Lebensqualität lässt sich u.a. auf folgende Faktoren zurückführen:

  • Selbstbestimmte Tagesgestaltung
  • Gute Personalausstattung, sodass rasch Unterstützungsleistungen erbracht werden können
  • Angehörige haben unlimitierten Zugang zu den Wohnräumen und können z.B. auch spontan übernachten. Die Angehörigen gaben im Rahmen der Untersuchung an, sich stets willkommen zu fühlen und äußerten ausschließlich positives Feedback
  • Wohngemeinschaften können mehrfach wöchentlich in Begleitung verlassen werden z.B. zum Einkaufen, Aufsuchen von Festivitäten o.Ä.
  • Hoher Grad an Privatsphäre

Ein Tätigkeitsfeld für freiberuflich Pflegende?

Laut den Ergebnissen der Untersuchung weisen die Pflegenden in den Wohngemeinschafen eine hohe fachliche Kompetenz auf. Neben vorhandenen Zusatzqualifikationen für die Pflege beatmeter Menschen nehmen diese regelmäßig an Fortbildungen teil.

In den Beatmungs-Wohngemeinschaften treffen freiberuflich Pflegende auf Menschen aller Altersgruppen. Von den im Rahmen der Untersuchung identifizierten Daten ausgehend (n=199), sind die meisten Klienten Erwachsene über dem 60. Lebensjahr (n=91). Die zweitgrößte Population stellen die 26 bis 60 jährigen dar (n=70).  Freiberuflich Pflegende werden in Beatmungs-Wohngemeinschaften besonders mit folgenden Erkrankungsbildern konfrontiert:

  • COPD / COLD (chronisch obstruktive Lungenerkankungen) (n=58)
  • Neurodegenerative Erkrankungen (n=57)
  • Wachkoma / Minimally Conscious State (MCS) / Minimally Responsive State (MRS) (n=44)
  • Hohe Querschnittslähmung (n=10)

Freiberuflich Pflegende sollten über einen gewissen Zeitraum in einer solchen WG beschäftigt sein, da die Beatmungs- und Absauggeräte in Abhängigkeit von dem mit der Krankenkasse zuständigen Sanitätsfachhändler variieren. Dies hat auch ökonomische Gründe, da mit zunehmender Betreuung und Pflege von Klienten einer gleichen Krankenkasse diese dazu tendieren die Beiträge zu kürzen.

 

Freiberufler finden so einen Pool an diversen Gerätschaften vor, derer es einen sorgfältigen Einweisung bedarf. Das Department Pflegewissenschaft empfiehlt Pflegenden möglichst lange in einem solchen Team zu verweilen, „…um dem Geräteangebot Rechnung tragen zu können“ (Department Pflegewissenschaft 2014: 48). Zudem gilt es die über einen längeren Zeitraum erfolgende Vertrauensbildung zwischen Pflegefachkraft und Patient nicht aus dem Auge zu verlieren.

 

In einem in einer Beatmungs-Wohngemeinschaft zusammenarbeitenden Team erfolgt in der Regel die Kooperation mit Therapeuten und Haushaltshilfen. Eine fachärztliche Betreuung ist nicht immer schnell zur Hand, weshalb hier zum einen Geduld gefragt ist und zum anderen die Notwendigkeit fachlicher Expertise hervorgehoben werden kann.

 

Abschließend kann gesagt werden, dass Beatmungs-Wohngemeinschaften ein potentielles Arbeitsfeld für freiberufliche Pflegende darstellen, wenn diese über die notwendigen Zusatzqualifikationen verfügen.

 

Quellen

Department für Pflegewissenschaft Fakultät für Gesundheit Private Universität Witten/Herdecke (2014) Selbstorganisierte Wohngemeinschaften für technologieabhängige Menschen in Nordrhein-Westfalen. Abschlussbericht. URL:http://www.uni-wh.de/fileadmin/media/g/pflege/department/Abschlussbericht_atemunterst%C3%BCtzenden_Ma%C3%9Fnahmen_in_NRW.pdf (letzter Zugriff: 08.03.2016).

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