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Skill-Mix: Professionelle Pflege und ihr Einfluss auf Pflegequalität

Eine aktuelle Studie um Linda Aiken (University of Pennsylvania) hat den Einfluss professioneller Pflege auf die Patientensterblichkeit und die (Pflege-)Qualität untersucht. Das Ergebnis: Wird auf einer Station mit durchschnittlich sechs Pflegenden auf 25 Patienten eine professionell Pflegende durch einen Assistenten bzw. eine Hilfskraft ersetzt, steigt die Sterblichkeit der Patienten um 21% an. Freiberuflich Pflegende finden hier neben weiteren Ergebnissen eine kurze Zusammenfassung der Studie.

 

Infolge der Ökonomisierung liegt in den Augen des Managements die Vermutung nahe Personalkosten durch den Einsatz von Assistenten und Hilfskräften in der Pflege einzusparen. Dieser Gedanke greift allerdings zu kurz, wenn die negativen Einflüsse einer personellen Reduktion professionell Pflegender nicht berücksichtigt werden.

 

In den einzelnen europäischen Ländern unterscheidet sich der Skill-Mix. So finden sich durchschnittlich z.B. in Deutschland ca. 82% professionell Pflegende, in England 57% und in Spanien lediglich 54%.

Doch auch innerhalb der Länder variiert der prozentuale Anteil professionell Pflegender. So reicht dieser beispielsweise in einigen Krankenhäusern in England von 79% bis zu 47%.

 

Bereits vorhergehende Studien kommen zu dem Schluss, dass ein vermehrter Einsatz von niedrigqualifizierten Pflegenden mit einer höheren Patientenmortalität einhergeht.

 

Werden hingegen proportional mehr professionell Pflegende eingesetzt wird die Liegezeit der Patienten, die Verlegung auf und Nutzung von Intensivstationen, die Gefahr nosokomialer Infektionen und der Drehtüreffekt reduziert. Die Studien, die zu den Ergebnissen geführt haben sind allerdings entweder älteren Datums oder entstammen US-amerikanischer Forschung, wodurch sie nur begrenzt auf den europäischen Raum übertragbar sind.

 

Ziel der Studie um Linda Aiken von der University in Pennsylvania war es diese Lücke zu schließen und den Entscheidungsträgern im europäischen Raum verlässliche Zahlen an die Hand zu geben.

 

Dazu wurde der Zusammenhang des Skill-Mix (die proportionale Aufteilung von professionell Pflegenden und Hilfskräften) mit u.a. der Patientensterblichkeit und der  (Pflege-)Qualität untersucht. Dazu haben die Forscher im Rahmen einer Sekundärdatenanalyse, der RN4CAST-Study, die Daten von einigen Krankenhäusern in sechs europäischen Ländern unter die Lupe genommen: Belgien, England, Finnland, Irland, Spanien und Schweiz.

 

Größerer Anteil professionell Pflegender zeigt positive Effekte

In den untersuchten Kliniken waren durchschnittlich 65,6% professionell Pflegende eingestellt. Im Schnitt waren 6,09 Pflegende für 25 Patienten zuständig. 46,8% der professionell Pflegenden in den Kliniken hatten einen Bachelorabschluss.

Ein größerer Anteil professionell Pflegender ist signifikant mit einer geringeren Sterblichkeit, besseren Patientenbewertungen und weniger nachteiligen Effekten wie z.B. Dekubitalgeschwüren assoziiert.

Mit einer 10%igen proportionalen Erhöhung der professionell Pflegenden sinkt die Patientensterblichkeit nach einem allgemeinen chirurgischen Eingriff um 11%. Auf der anderen Seite erhöht sich die Patientensterblichkeit um 12%, wenn proportional 10% der professionellen Pflegestellen durch Hilfskräfte ersetzt werden.

Pflegende, die in einem Krankenhaus mit einem hohen Skill-Mix, d.h. größerer Anteil professionell Pflegender, arbeiten, bewerten ihre Pflegequalität besser, schrecken weniger davor zurück ihre Klinik Freunden zu empfehlen und berichten seltener von einer schlechteren Umgebung bezüglich der Patientensicherheit. Daneben erleben Pflegende in Kliniken mit einem hohen Skill-Mix seltener Unzufriedenheit in Bezug auf ihren Job und das Gefühl ausgebrannt zu sein.

 

Eine Reduktion des Skill-Mix stellt eine Patientenbedrohung dar

Die Autoren schlussfolgern, dass eine Herabsetzung des Skill-Mix in der Konsequenz eine Bedrohung für die Patienten darstellt. Eine erhöhte Patientensterblichkeit infolge einer Substituierung professionell Pflegender durch Hilfskräfte mit limitiertem Bildungshintergrund ist somit ein vermeidbares Geschehen. Diesen kann im Sinne des öffentlichen Interesses durch eine Aufstockung des Skill-Mix präventiv entgegengewirkt werden.

 

Quellen

Aiken LH, Sloane D, Griffiths P, Rafferty AM, Bruyneel L, McHugh M, Maier CB, Moreno-Casbas T, Ball JE, Ausserhofer D, Sermeus W (2016) Nursing skill mix in European hospitals: cross-sectional study oft he association with mortality, patient ratings, and quality of care. BMJ Qual Saf 0:1: 1-10. URL: qualitysafety.bmj.com/content/early/2016/11/03/bmjqs-2016-005567.full.pdf+html (letzter Zugriff: 04.12.2016

Skill-Mix: Professionelle Pflege und ihr Einfluss auf Pflegequalität
Autor: Jörg Schmal
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