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Neue Leitlinie des ERC: Wiederbelebung

Pflegenden und medizinischen Fachkräften steht ab sofort die neue Leitlinie für die Versorgung von Patienten mit Kreislaufstillstand zur Verfügung. Verantwortlich für die Erstellung ist, wie bereits 2010, das European Resuscitation Council (ERC). Freiberuflich Pflegende erfahren hier in die wichtigsten Neuerungen und vertiefen in aller Kürze das bestehende Wissen.

Der plötzliche Herztod und der Kreislaufstillstand zählen mit 100.000 Fällen pro Jahr zu den dritthäufigsten Todesursachen. In 50-70% beobachten Laien einen solchen Kreislaufstillstand. Während das Gehirn bereits ab drei Minuten zu sterben beginnt, dauert die Ankunft eines Notarztes i.d.R. acht bis zwölf Minuten.

 

Handarbeit rückt in den Vordergrund

Die Experten der Leitlinie heben die Bedeutung der manuellen Reanimation hervor. Diese, so die Verfasser der Leitlinie, sei mindestens genauso effektiv, wie die mechanische Thoraxkompression. Der Einsatz mechanischer Hilfsmittel wird bei längeren Transporten, über das Maß andauernde Reanimationsvorgänge und im Herzkatheterlabor empfohlen. Beim Anbringen der mechanischen Kompressionshilfe soll so wenig Zeit wie möglich verstreichen, um die Wiederbelebung nicht unnötig lang zu unterbrechen.

 

Empfehlungen zum Reanimationsvorgang

Die Experten empfehlen folgendes bei der Reanimation:

  • Drucktiefe ca. 5-6 cm (bei Kindern ein Drittel des Brustdurchmessers; ca. 4cm beim Säugling, ca. 5cm beim Kind)
  • Frequenz 100-120 pro Minute
  • Herzdruckmassage und Beatmung im Verhältnis 30:2
  • Dauer der Atemspende 1 sec.; deutliche Erhebung des Brustkorbs muss sichtbar sein
  • Pausen > 10 sec. verschlechtern die Prognose und sollten unterbunden werden
  • Gabe von Adrenalin
  • Intubation durch Experten ohne den Reanimationsvorgang zu unterbrechen, Alternativ: supraglottische Atemwegshilfen (z.B. Larynxmaske oder –tubus)
  • Kapnographie um die Lage des Endotrachealtubus zu bestätigen
  • Nach Kreislaufstillstand bewusstlose Patienten für mindestens 24h auf eine konstante Zieltemperatur zwischen 32 – 36° C herunterkühlen

Mehr als jeder zweite Herzstillstand lässt sich auf einen Herzinfarkt zurückführen. Eine Dilatation der verantwortlichen Koronararterien innerhalb von zwei Stunden verbessert die Prognose. Gegebenenfalls kann es erforderlich sein die Patienten in speziellen Zentren zu verlegen, die bezüglich einer akuten Koronarintervention agieren können (Cardiac Arrest Center).

Die Experten sprechen sich für eine innerklinische Etablierung von Notfallteams aus. Freiberuflich Pflegende können sich aufgrund ihres Erfahrungswissens in diesen Teams engagieren.

Stärkung der Reanimation durch Laien

Aufgrund der großen zeitlichen Diskrepanz zwischen dem Beginn irreversibler Schädigungen des Gehirns und dem Eintreffen eines Notarztes, soll, so die Experten der Leitlinie, die Laienreanimation gestärkt werden. Während im klinischen Kontext freiberuflich Pflegende neben medizinischen Fachkräften im Falle eines Kreislaufstillstands gewohnt routiniert agieren, müssen im häuslichen Umfeld Laien zur Durchführung lebensrettender Sofortmaßnahmen geschult werden. Freiberuflich Pflegende informieren als tragende Säule im Gesundheitswesen Angehörige und Laien bezüglich des Vorgehens. Dabei können sie das Vorgehen anhand der Überlebenskette strukturiert erklären.

Zwei weitere Projekte, die laut der Leitlinie einen großen Stellwert erhalten sollen sind zum einen die Telefonreanimation und die Schülerausbildung.

Weitere Informationen rund um das Thema Wiederbelebung sowie als auch die aktuelle Leitlinie finden Interessierte auf der Homepage des German Resuscitation Council (GRC, Deutscher Rat für Wiederbelebung).

 

Quelle:

Deutscher Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC): www.grc-org.de (letzter Zugriff: 26.10.2015).

Deutscher Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC) (2015) Reanimation 2015 – Leitlinien kompakt. 1.A. Ulm.

 

 

Neue Leitlinien zur Wiederbelebung des ERC
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