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Organspende – erste Ergebnisse der BZgA-Repräsentativbefragung 2016

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erhebt in regelmäßigen Abständen die Einstellung der deutschen Bevölkerung zur Organspende. Im Juni wurden die ersten Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung „Einstellung, Wissen und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2016“ veröffentlicht. Freiberuflich Pflegende finden hier in aller Kürze die wichtigsten Ergebnisse.

 

Laut der repräsentativen Befragung, bei der 4.002 Bürgerinnen und Bürger zwischen 14 bis 75 Jahren befragt wurden, sind 81% gegenüber dem Thema Organspende positiv eingestellt. Somit liegt die Einstellung seit 2010 konstant hoch (vgl. BMG & BZgA 2016). 32% der befragten Personen besitzen bereits einen Organspendeausweis. Wiederrum 9% haben ihre Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende in einer Patientenverfügung dokumentiert.

 

Dennoch scheint in der Bevölkerung ein Informationsdefizit zu existieren, weshalb 42% der Befragten angeben sich mehr Informationen zur Thematik zu wünschen. Freiberuflich Pflegende können sowohl im Rahmen der Patientenedukation als auch in ihrer Funktion als Multiplikatoren des Gesundheitswesens dazu beitragen diese Informationslücke zu füllen. Freiberuflich Pflegende sind somit gefordert Ängste und Unsicherheiten abzubauen, um ihren Klienten bei einer eigenständigen Entscheidungsfindung die notwendige Unterstützung zu geben. Gerade bei Menschen mit niedrigem Bildungsniveau ist der subjektive Grad der Informiertheit gering, weshalb diese Bevölkerungsgruppe besonders in den Fokus rücken sollte (BZgA 2016). Freiberuflich Pflegende können eine geistige Auseinandersetzung mit der Thematik anstoßen und Informationen zur Verfügung stellen. Hierbei können sie z.B. auf die Informationshomepage der BZgA verweisen (www.organspende-info.de).

 

Motive für und wider die Organspende

Bei 77% der Befragten findet sich bezüglich der Bereitschaft Organe oder Gewebe zu spenden altruistische Gründe. So wollen sie entweder anderen Menschen helfen oder dem eigenen Tod einen Sinn geben. 17% der Befragten führen pragmatische Gründe auf. Sie geben an, dass die eigenen Organe nach dem Tod ohnehin nicht mehr benötigt werden würden und somit einer Spende aus ihrer Sicht nichts im Wege stehe.

27% der Befragten, die sich gegen den Besitz eines Organspendeausweises ausgesprochen haben, sind der Ansicht aufgrund ihres Alters oder des gesundheitlichen Zustands nicht für die Organspende geeignet zu sein. Bei 20% liegen Ängste und Unsicherheiten bezüglich der Organentnahme vor. Dies beinhaltet den Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, die Todesfeststellung und das Schmerzempfinden. 19% fehlt das Vertrauen in das Organspendesystem; die Angst vor einem möglichen Missbrauch führt hier zur Ablehnung der Organspendebereitschaft. Weitere 12% führen religiöse bzw. spirituelle Gründe auf während mit 8% nur ein geringer Anteil prinzipiell eine negative Einstellung gegenüber der Organspende hat.

 

Inhalte eines Informations- und Beratungsgesprächs

Freiberuflich Pflegende können im Rahmen eines Informations- bzw. Beratungsgesprächs auf folgende Inhalte eingehen:

  • Funktion und Zweck des Organspendeausweises z.B. auch Aufbewahrung und Rücktrittsrecht
  • Mögliche Organe, die gespendet werden können
  • Hirntod – Definition und Diagnostik
  • Ablauf der Organspende
  • Würdevoller Abschied auch trotz Organspende
  • Information des sozialen Umfelds über die getroffene Entscheidung

Freiberuflich Pflegende können ihre Patienten auch auf das gebührenfreie Informationstelefon Organspende verweisen. Hier können Fragen in einem Gespräch geklärt und Unsicherheiten behoben werden (0800 / 90 40 400).

 

Quellen:

Bundesministerium für Gesundheit (BMG) & Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.) (2016) Entscheidungen zur Organ- und Gewebespende Erste Ergebnisse der aktuellen BZgA-Repräsentativbefragung. Gemeinsame Pressemitteilung. URL: www.organspende-info.de/sites/all/files/files/files/2016_05/16_06_01_PM_Organspendezahlen.pdf (letzer Zugriff: 31.07.2016).

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) (Hrsg.) (2016) Info-Blatt zu „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung (14 bis 75 Jahre) zur Organ- und Gewebespende“ Bundesweite Repräsentativbefragung 2016 - Erste Studienergebnisse. URL: www.bzga.de/presse/daten-und-fakten/organ-und-gewebespende (letzter Zugriff: 31.07.2016).

Organspende – erste Ergebnisse der BZgA-Repräsentativbefragung 2016
Autor: Jörg Schmal
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