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Hepatitis C – Epidemiologisches Kompaktwissen anlässlich zum Welt-Hepatitis-Tag

Das Update widmet sich an dieser Stelle genauso wie das Robert Koch-Institut anlässlich dem Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli 2016 dem Thema Hepatitis C. Infektionen mit Hepatitis C zählen weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten und damit Ursache für Leberzirrhose und Leberzellkarzinom. Ein Grund auf die Verbreitung und präventive Maßnahmen zu schauen.

Der 1988 erstmals identifizierte Hepatitis C-Virus wird (beinahe) ausschließlich über das Blut übertragen. Die Infektion verläuft in 75% der Fälle unbemerkt oder mit unspezifischen, grippeähnlichen Symptomen. In 85% der Fälle kommt es zu einem chronischen Verlauf. Unter chronisch infizierten Patienten entwickelt sich in den nächsten 20 Jahren mit 15-30%iger Wahrscheinlichkeit eine Leberzirrhose. In 63% der Fälle einer Lebertransplantation in Europa ist eine Hepatitis C-Infektion die Ursache.

 

Deutschland zählt im Vergleich zu den weniger betroffenen Ländern (niedrige Anti HCV-Prävalenz). 2015 wurden 4.887 erstdiagnostizierte Fälle im Rahmen der Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz erfasst. Im Bundesland Berlin erkrankten im Ländervergleich am meisten Menschen (12,4 pro 100.000 Einwohner). Schlusslicht stellt Bremen mit 1,5 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr dar. Männer erkranken im Schnitt häufiger als Frauen. Am häufigsten erkranken Männer wie Frauen zwischen dem 30. - 39. Lebensjahr.

 

Ursache und Prävention für eine Hepatitis C-Infektion

76% der Infektionen lassen sich auf intravenösen Drogengebrauch zurückführen. 8,1% der Fälle auf Geschlechtsverkehr zwischen Männern und 6,1% auf heterosexuellen Kontakt mit HCV-infizierten Partnern. Daneben stellen der Erhalt von Blutprodukten oder die Dialyse zwei weitere Ursachen dar. Berufsbedingte Hepatitis C-Infektionen von Mitarbeitern des Gesundheitswesens sind in den vergangenen Jahren rückläufig.

 

Freiberuflich Pflegende können basierend auf den ursächlichen Faktoren einer Hepatitis C-Infektion einen Teil zur Prävention der Infektionskrankheit beitragen. So können sie gefährdeten Personengruppen gezielte Aufklärungsmaßnahmen zukommen lassen. Drogensüchtige Patienten können z.B. Einrichtungen und Kontaktadressen vermittelt werden in denen sie Zugang zu sterilem Spritzbesteck erhalten können. Daneben gilt es ein bestehendes Wissensdefizit bezüglich der Übertragungswege zu beheben. Es gilt auch zu überdenken inwiefern eine Erweiterung des multiprofessionellen Teams durch Streetworker möglich ist, die nah an der Szene agieren.  

Definitiv gilt es den häufig tabuisierten Eigenschutz durch Kondome bei gefährdeten Patientengruppen zu thematisieren. Auch hier kann an entsprechende Stellen wie z.B. auch der Deutschen Aidshilfe verwiesen werden.

Freiberuflich Pflegende beachten im Rahmen der Behandlung HCV-infizierter Patienten die Maßnahmen zur Basishygiene und motivieren auch ihre Temas dementsprechend die Maßnahmen penibel einzuhalten:

  • Bei möglichem Kontakt zu virushaltigen Körperflüssigkeiten Schutzhandschuhe tragen
  • Bei möglicher Bildung virushaltiger Aerosole zudem Mundschutz und Schutzbrille tragen
  • Sichere und fachgerechte Entsorgung spitzer und scharfer Gegenstände, die potentiell kontaminiert sein könnten
  • Einleitung frühzeitiger Screening-Maßnahmen bei Verdacht auf eine HCV-Infektion

Freiberuflich Pflegende können durch ihren verantwortungsvollen Umgang mit der Thematik dazu beitragen, dass die Inzidenz der HCV-Neuinfektionen stabil bleibt bzw. weiter zurückgeht.

 

Quellen:

Robert Koch-Institut (RKI) (2016a) Zur Situation bei wichtigen Infektionskrankheiten in Deutschland. Hepatitis C im Jahr 2015. Epidemiologisches Bulletin. 25. Juli 2016/Nr. 29. URL: www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2016/Ausgaben/29_16.pdf?__blob=publicationFile (letzter Zugriff: 31.07.2016).

Robert Koch-Institut (RKI) (2016b) GBE-Themenheft Hepatitis C. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Berlin. URL: www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsT/hepatitis_c.pdf?__blob=publicationFile (letzer Zugriff: 31.07.2016).

 

 

Hepatitis C - Epidemiologisches Kompaktwissen anlässlich zum Welt-Hepatitis-Tag
Autor: Jörg Scmal
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